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Energie, ihre Umwandlung in Strom, dessen Verteilung und Verwertung
1.) Allgemein
Energie wird in Österreich zu 70% aus Wasserkraftwerken gewonnen.
Die anderen 30% setzen sich aus Wärmekraftwerken, Windkraftwerken
und anderen Elektrizitätskraftwerken zusammen. Warum man die Energie
nicht nur aus Wasserkraftwerken beziehen kann, hat mehrere Gründe.
Einerseits verlangen die Bedarfsspitzen mittags und abends eine große
Menge an Strom, andererseits sind nicht alle Teile Österreichs mit
für Kraftwerke geeigneten Flüssen versehen.
2.) Wasserkraftwerke
Die Wasserkraft deckt, wie schon erwähnt, circa 70% des Strombedarfes
in Österreich. Es gibt bei den Wasserkraftwerken zwei Arten: Speicher-
und Laufkraftwerke.
Bei Speicherkraftwerken wird das Regen- und Schmelzwasser in den Bergen
durch bis zu 130 m hohe Mauern gestaut. Das Wasser wird durch 200m - 2000m
Druckrohrleitungen in relativ geringer Menge, aber in hohem Druck ins Tal
geleitet. Bei geringem Bedarf an Energie wird es danach entweder wieder
hinaufgepumpt, andernfalls in einen eigens dafür angelegten Teich
abgeführt.
Laufkraftwerke werden in Flüsse gebaut und meistens als Staukraftwerke
betrieben. Sie haben keine Speichermöglichkeit und verarbeiten
so viel Wasser, wie es der Wasserstand zuläßt. In Laufkraftwerken
mit Schwellbetrieb dient der Stauraum als Schwellbetrieb; die Erzeugung
kann auf diese Weise in geringem Ausmaß an den Bedarf
an Strom angepaßt werden. Das Wasser wird in sehr großer Menge,
aber in relativ kleinem Druck (1 bar) durch die Turbine geleitet.
Bei der Wasserkraft stehen prinzipiell 3 Arten von Turbinen zu Verfügung:
· Kaplanturbine: ... wird für niedrige Fallhöhen und
große Wassermengen angewandt.
· Peltonrad: ... kommt bei großen Fallhöhen und relativ
kleiner Wassermenge zum Einsatz.
· Francis - Turbine: ... ist für alle Kraftwerksarten geeignet.
Laufkraftwerke werden meistens in der sogenannten Trockenbauweise errichtet.
Es wird der Bereich des geplanten Kraftwerks trockengelegt, dieses errichtet
und langsam der trockengelegte Bereich wieder geflutet. Mit der Trockenbauweise
braucht man nur die Hälfte der Zeit, die man bei der Trockenbauweise
benötigen würde.
3.) Wärmekraftwerke
Die Wärmekraft übernimmt nach der Wasserkraft einen großen
Teil der gesamt umgewandelten Energie. Bei einem Wärmekraftwerk wird
Wasser durch die Verbrennung von Kohle, Gas oder Erdöl verdampft.
Durch eine Düse wird der heiße Dampf auf eine Turbine geblasen.
Verbunden mit einem Generator wird diese gedreht und dadurch Strom erzeugt.
Nachteil dieser Art, Strom zu erzeugen, ist die Luftverschmutzung. Das
schlägt sich vor allem in Deutschland nieder, wo Wärmekraftwerke
sehr populär sind.
4.) Das Wasserkraftwerk Melk
Das Laufkraftwerk Melk ist mit 9 senkrecht eingebauten Kaplan-Turbinen
versehen. Es besteht ein kleiner Stausee, der nur zur Druckvergrößerung
verwendet wird, nicht zur Regulierung der Wassermenge! In Österreich
ist das Gefälle der Donau ziemlich hoch (alle 20 km fällt der
Wasserspiegel um 10m). Das Kraftwerk Melk besteht, wie jedes andere Laufkraftwerk
auch, aus drei Teilen:
· Wehranlage: Sie dient dazu, bei Hochwasser die Wassermenge
zu regulieren.
· Schleusen: Dieser Teil des Kraftwerkes dient dazu, Schiffe
auf die obere bzw. untere Seite des Kraftwerkes zu bringen.
· Das Kraftwerkshaus: Es stellt das eigentlich Kraftwerk dar,
in dem sich die Turbinen befinden.
5.) Der Generator
Durch Bewegung eines Magneten in einer Spule wird Strom erzeugt. Je
nach Schnelligkeit der Bewegung und je nach der Anzahl der Wicklungen der
Spule wird die Leistung entsprechend größer. Bei einem Wechselstromgenerator
wird der Magnet bewegt und im Winkel 120° sind drei Spulen angeordnet.
Je ein Pol besetzt einen Anschluß mit L1, L2 oder L3 (L1, L2, L3
werden Phasen genannt). Wenn man die übrigen drei Pole mit einander
verbindet, erhält man den vierten Anschluß N, den Null- oder
Neutralleiter. Im Haushalt werden generell nur eine der drei Phasen und
der Nulleiter miteinander verwendet. Es entstehen dadurch 230V. Koppelt
man aber zwei Phasen miteinander, so entsteht ein sogenannter Kraftstrom
mit 380V.
6.) Die Verteilung des Stromes
Den Anfang bildet klarerweise das Kraftwerk, welches den Strom mit
einer Spannung von ungefähr 380kV ausgibt. (1kV=1000V Aus technischen
Gründen wird der Strom in großer Spannung transportiert). Als
nächster Punkt in der Verteilerkette wird der Strom entweder auf 10
bis 20 kV für Industrie, Verkehrsmittel oder auf 280/380 V für
Beleuchtungsanlagen, Einzelverbraucher umgespannt.
7.) Der Bedarf an Strom
Wie man den verschiedensten Diagrammen entnehmen kann, ist der Strombedarf
innerhalb eines Tages sehr unterschiedlich. Mittags und abends sind zweifellos
die Bedarfsspitzen. Mittags wird viel Strom verbraucht, weil überall
gekocht wird. Am Abend schaltet man mit der Zeit Lichter ein und sieht
fern. Daß diese Spitze langsam kleiner wird, begründet man damit,
daß die Leute verschieden spät schlafen gehen. Für die
Bedarfsspitzen muß Strom sogar importiert werden. Doch es besteht
auch zwischen Winter und Sommer ein Unterschied. Nicht nur, weil geheizt
werden muß, sondern weil die Nacht im Winter länger ist und
dadurch die Straßenbeleuchtung länger betrieben werden muß.
8.) Die Aufteilung des Stromes
a) Kleinabnehmer (44,3%): Unter Kleinabnehmern versteht man Haushalte,
Schulen, kleine Geschäfte,… . Die Spannung beträgt 230/380V.
Die Versorgung der Kleinabnehmer ist wahrscheinlich der Grund des ausgeprägten
Energieversorgungssystemes. Die Kleinabnehmer machen die hohen Bedarfsspitzen
mittags und abends aus.
b) Industrie (30,5%): Dieser Teil hat seine Bedeutung, da besondere
Spannungen und Leitungen bestehen müssen. Die Industrie verlangt den
Kraftwerken einiges ab. Aluminiumwerke haben einen äußerst großen
Stromverbrauch. Die Spannung beträgt 10-30kV.
c) Verkehr (25,2%): Der Verkehr spielt eine große Rolle in der
Energiegewinnung. Neben den Ampelanlagen, Straßenbahnen und der Beleuchtung
verbrauchen die ÖBB enorm viel Strom, was aber bei den zahlreichen
Firmen und Kleinabnehmern nicht so sehr ins Gewicht fällt. Wegen des
hohen Verbrauchs besitzen die ÖBB eigene Stromanschlüsse beim
Kraftwerk! Nicht die Personenzüge, sondern die vielen schweren Güterzüge
machen dies aus. Die Spannung beträgt 10-20kV (Spannung bei ÖBB
- Zügen: 15kV).
9.) Die Nutzung des Stromes in Zusammenhang mit der Berufswelt:
Wer würde den Strom nicht als selbstverständlich betrachten?
Wohl kaum jemand. Aber welcher Beruf würde ohne Strom nicht existieren?
Ich möchte nun die Erforderlichkeit von Strom im Alltag demonstrieren.
Strom wird von den verschiedensten Berufsgruppen verwendet aber von wenigen
wirklich benötigt. Ich möchte dies an einigen Beispielen darstellen.
a) Computertechniker: Er beschäftigt sich mit den Bewegungen von
Elektronen, die in Transistoren Aktionen hervorrufen. Dieser Beruf wäre
folglich nicht mehr existent. Der Computer, der eigentlich als Zahlen -
Rechner gedacht war, könnte durch mechanische Geräte ersetzt
werden.
b) Historiker: Die Untersuchung der Quellen wird durch technische Geräte
wesentlich erleichtert. Das Wesentliche, nämlich das Forschen und
Befassen mit vergangenen politischen Vorkommnissen, kann man auch ohne
Energie erledigen.
c) Tischler: Seine Arbeit wird durch Energie wesentlich erleichtert,
doch er kann seinen Beruf ungehindert auch ohne diese ausüben.
Allgemein kann man sagen, daß auf jeden Fall alle Berufe bestehen
können, die es vor der Entdeckung der Elektrizität schon gegeben
hat. Dies sind zum Beispiel: Naturwissenschaftler (Mathematiker, Physiker,
Philosophen, Biologen, Geographen, Astronomen), Handwerker, Lehrer,...
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Florian Fila
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